- Leistung und Nachheizverhalten
- Die Wattangabe allein sagt wenig aus – entscheidend ist, wie schnell die Spitze nach dem Abfließen von Wärme wieder auf Solltemperatur kommt. Für feine Elektronik reichen oft 60–80 W mit guter Regelung; bei Masseflächen, Steckern oder gröberen Arbeiten sind 100 W und mehr spürbar angenehmer. Achte auf kurze Anheizzeiten und stabile Regelung statt auf reine Maximalleistung.
- Temperaturregelung: analog vs. digital
- Analoge Drehregler sind günstig, aber ungenau und schwer reproduzierbar. Digitale Stationen mit Display erlauben feste Sollwerte, oft Speicherplätze und Ruhe- oder Standby-Modi. Für bleifreies Lot brauchst du typischerweise 350–380 °C an der Spitze – eine kalibrierbare Anzeige hilft, Überhitzung und kalte Lötstellen zu vermeiden.
- Lötspitzen-System und Ersatzteilversorgung
- Spitzen verschleißen. Wähle ein System, zu dem du in Deutschland zuverlässig Ersatz bekommst – etwa Weller-Standardspitzen oder das weit verbreitete T12-Patronenformat. Patronenheizungen (Heizung und Spitze in einem) heizen extrem schnell, klassische Schraubspitzen sind oft günstiger im Verbrauch. Prüfe vor dem Kauf, welche Spitzenformen für SMD, Bedrahtung oder Heavy-Duty verfügbar sind.
- ESD-Schutz und Sicherheit
- Für MOSFETs, moderne ICs und empfindliche Baugruppen ist eine ESD-sichere Station mit geerdetem Handstück sinnvoll. Achte auf einen stabilen Ablageständer, automatische Absenkung im Ruhemodus und ein netzgetrenntes bzw. schutzisoliertes Design. Günstige No-Name-Stationen sparen hier oft – mit Risiko für Bauteile und Brandgefahr bei minderwertigen Haltern.
- Löten, Heißluft oder Entlöten?
- Eine klassische Lötstation mit Kolben deckt die meisten Arbeiten ab. Heißluftstationen eignen sich für SMD-ICs und Schrumpfschlauch, ersetzen den Kolben aber nicht. Kombinierte Löt-/Entlötstationen mit Vakuumpumpe lohnen sich, wenn du regelmäßig Bauteile auslöten und Zinn absaugen musst – für Gelegenheitsnutzer sind Entlötpumpe und Litze meist ausreichend.