- Tiefe der Physical Modeling Engine
- Nicht jeder Synthesizer mit Physical Modeling bietet gleich tiefe Kontrolle über die Modellierungsparameter. Dedizierte PM-Instrumente wie die Expressive E Osmose erlauben direkten Zugriff auf physikalische Parameter wie Resonanzkörper, Anschlagpunkt oder Dämpfung. Workstations wie der Korg Kronos nutzen PM als eine von vielen Engines – mit weniger Editiertiefe, dafür mehr Klangvielfalt insgesamt.
- Tastatur und Ausdrucksmöglichkeiten
- Physical Modeling lebt von nuancierter Spieltechnik. Achte darauf, ob die Tastatur Aftertouch unterstützt – idealerweise polyphon oder dreidimensional wie beim Osmose. Nicht anschlagdynamische Tasten (z. B. beim reface CS) schränken den Ausdruck erheblich ein. Für ernsthaftes Spiel sollte die Tastatur mindestens velocity-sensitiv sein.
- Polyphonie und Einsatzzweck
- Für Solosounds und Leads reichen 8–24 Stimmen aus. Wer komplexe Akkorde, Pads oder Schichtungen spielt, benötigt mindestens 64, besser 128 oder mehr Stimmen. Workstations wie der Korg Kronos mit 200 Stimmen sind hier klar im Vorteil, während spezialisierte PM-Instrumente bewusst mit weniger Polyphonie arbeiten.
- Mobiler Einsatz vs. Studio/Bühne
- Für den mobilen Einsatz zählen Gewicht, Größe und Batteriebetrieb. Der Yamaha reface CS ist das einzige Modell dieser Auswahl mit Batteriebetrieb und wiegt unter 1 kg. Workstations wie der Korg Kronos sind dagegen für feste Bühnen- oder Studio-Setups ausgelegt und nicht für den Transport optimiert.
- Integrationsfähigkeit in bestehende Setups
- Prüfe, welche Anschlüsse du benötigst: USB-MIDI, klassisches DIN-MIDI, Audio-Ausgänge und CV/Gate für modulare Systeme. Workstations bieten in der Regel die umfangreichste Konnektivität. Kompaktgeräte wie der reface CS haben oft nur einen Stereo-Ausgang und USB – für komplexe Setups kann das einschränkend sein.
- Klangbibliothek vs. Klangsynthese
- Manche Instrumente kommen mit tausenden Werksklängen (Roland FANTOM-06: 3.500+), andere setzen auf tiefe Synthesekontrolle mit wenigen, aber hochgradig editierbaren Klängen. Wer schnell einsatzbereit sein will, profitiert von großen Bibliotheken. Wer eigene Klänge von Grund auf entwickeln möchte, ist mit einem dedizierten PM-Synthesizer besser bedient.