- Bauweise: In-Mold oder Hardshell
- Bei der In-Mold-Bauweise ist die Außenschale direkt mit dem EPS-Kern verschmolzen. Das Ergebnis ist ein leichterer, oft besser belüfteter Helm. Hardshell-Helme haben eine aufgeklebte Außenschale und sind in der Regel schwerer, aber günstiger herzustellen. Für regelmäßige Fahrer lohnt sich die In-Mold-Variante ab der Mittelklasse.
- Rotationsschutz: MIPS und Alternativen
- MIPS (Multi-directional Impact Protection System) ist ein gleitfähiges Innenlager, das bei Schrägaufprällen die auf das Gehirn wirkenden Rotationskräfte reduziert. Alternativen wie Lazers KinetiCore integrieren diesen Schutz direkt in den Schaumstoff. Stiftung Warentest konnte bisher keinen eindeutigen Sicherheitsvorteil von MIPS gegenüber gut konstruierten Helmen ohne diese Technik belegen – entscheidend bleibt die Gesamtkonstruktion.
- Passform und Verstellsystem
- Ein Helm schützt nur, wenn er korrekt sitzt: zwei Finger breit über den Augenbrauen, fester Sitz ohne Wackeln. Hochwertige Verstellräder (Roc Loc, 3D IAS, Float Fit) ermöglichen eine millimetergenaue Anpassung. Bei Kinderhelmen ist ein Unisize- oder Größenbereich-System sinnvoll, damit der Helm mit dem Kind mitwächst.
- Gewicht und Belüftung
- Unter 250 g gelten Helme als leicht; im Alltag ist der Unterschied zwischen 250 g und 350 g deutlich spürbar. Mehr und größere Belüftungsöffnungen verbessern die Kühlung, reduzieren aber die Schutzfläche. Für sportliche Fahrer sind 20+ Öffnungen sinnvoll; für Stadtfahrer reicht eine moderate Belüftung.
- Normen und Zertifizierung
- In Deutschland und der EU gilt für Fahrradhelme die EN 1078. Alle im Handel erhältlichen Helme müssen diese Norm erfüllen und das CE-Zeichen tragen. Zusätzliche Zertifizierungen wie CPSC (USA) oder NTA 8776 (für Pedelecs bis 45 km/h) bieten je nach Einsatzzweck zusätzliche Sicherheit. Für schnelle E-Bikes (S-Pedelecs) ist ein nach NTA 8776 zertifizierter Helm Pflicht.
- Kinder: Besonderheiten beim Helmkauf
- Kinderhelme müssen besonders tief sitzen und die Schläfen gut abdecken. Stiftung Warentest bemängelt bei vielen Modellen unzureichenden Seitenschutz. Integrierte Rücklichter erhöhen die Sichtbarkeit, sind aber kein Ersatz für gute Passform und Schutzwirkung. Eltern sollten den Helm regelmäßig auf korrekten Sitz prüfen, da Kinder schnell wachsen.