- Anzahl der Schächte und RAID-Konzept
- Zwei Schächte reichen für RAID 1 (Spiegelung): Ausfall einer Platte kostet keine Daten, aber die Hälfte der Bruttokapazität. Ab drei bzw. vier Schächten lohnen RAID 5/6 oder Synology SHR – mehr nutzbarer Speicher bei weiterhin einer bzw. zwei tolerierbaren Ausfällen. Plane nicht nur den heutigen Bedarf, sondern 3–5 Jahre Wachstum; Gehäusewechsel ist teurer als rechtzeitig ein Bay mehr.
- CPU, RAM und wofür du das NAS nutzt
- Reine Dateifreigaben und Smartphone-Backups verkraften sparsame ARM-Modelle. Sobald Snapshots, viele parallele Nutzer, Docker/VMs, On-the-fly-Transcoding oder Überwachungskameras dazukommen, sind x86-CPUs mit AES-NI und mindestens 4–8 GB RAM die bessere Wahl. Achte darauf, ob RAM werkseitig erweiterbar ist – fest verlöteter Speicher bremst dich später aus.
- Netzwerk: 1 GbE vs. 2,5 GbE und mehr
- 1 Gbit/s entspricht grob 100–110 MB/s – oft der Flaschenhals, nicht die Festplatte. 2,5 GbE bringt spürbar mehr Tempo bei großen Kopiervorgängen und 4K-Mediatheken, setzt aber Multi-Gig-fähigen Switch oder direkten Anschluss voraus. 10 GbE lohnt vor allem mit SSD-Pools oder vielen gleichzeitigen Workstations und kommt per PCIe-Karte oder teureren Modellen.
- Festplatten und SSD-Cache
- Nutze NAS-zertifizierte 3,5″-Festplatten (z. B. WD Red Plus/Pro, Seagate IronWolf) mit CMR-Technik für RAID; SMR-Platten können Rebuilds massiv verlangsamen. M.2-NVMe-Slots eignen sich als Lese-/Schreib-Cache oder schneller App-Pool – ersetzen aber kein zweites Backup. Kalkuliere Plattenpreis und Stromverbrauch über Jahre mit ein; das Gehäuse ist oft der kleinere Posten.
- Software-Ökosystem und Updates
- Synology DSM gilt als besonders zugänglich und stabil gepflegt; QNAP QTS/QuTS bietet oft mehr Hardware-Features und Flexibilität, verlangt aber diszipliniertere Update- und Rechtepflege. Prüfe vor dem Kauf, ob benötigte Apps (Backup-Clients, Kameras, Cloud-Sync, Plex/Jellyfin) offiziell unterstützt werden und wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates für die Modellreihe ankündigt.
- Backup-Regel: NAS ist kein Ersatz für Offsite-Kopien
- RAID schützt vor Plattenausfall, nicht vor Ransomware, Diebstahl oder Bedienfehlern. Halte dich an die 3-2-1-Logik: zusätzlich externe USB-/Erweiterungs-Backups und idealerweise eine verschlüsselte Kopie offsite oder in eine vertrauenswürdige Cloud. Snapshot-Zeitpläne und unveränderliche Backup-Versionen sind bei modernen NAS der wichtigste Sicherheitsgewinn im Alltag.